26.07.2018

Aus der DaDa Ecke in die DaDa Ecke:

Kunst (3)
Du springst im Kreis und wirbelst dabei mit angewinkelten Armen.
„Guck mal, ich habe eine Kunst gemacht!“

…und später:
„Ich kann auch einen Looping!“
Und dein Kinn beschreibt einen Kreis in der Luft während dein Körper gleichzeitig auf und ab wippt.

04.07.2018

Die gute Nachricht des Tages:
Auf einen Baum geklettert.

Die bessere Nachricht des Tages:
Es war ein Kirschbaum.

Bilder ohne Kamera:
Im Abendlicht hocken auf der Weide das neugeborene Kalb und im Schneidersitz daneben die Tochter des Bauern. Aus der Ferne mögen sie sich unterhalten.

03.07.2018

Neulich in der DaDa Ecke:
Der Fuß hat sich in der tiefen, dunklen Hose verirrt. Er findet seinen Weg nicht.

Und später auf dem Spielplatz:
Der Himmel in deinen Augen
ist der Himmel über dem ersten Berlin
Neugeborene Augen blicken
in Baumkronen
Alles tanzt zum ersten Mal
Die Sonne, nicht die Sonne,
und Blattwerk
Berlin war ein Park
Zeit gab es nicht
noch hatten die Tage einen Namen
Aber es tanzt doch alles
und fällt in große,
nimmersatte Augen
Das bist Du
Das war mein Berlin

26.06.2018

Aus der DaDa Ecke in die DaDa Ecke:

Kunst(1)
Auf einem Foto in der Zeitung halten sich zwei Frauen, wie zu einem Wesen, eng umschlungen. Beine sind einige, Körper kaum und Gesichter gar nicht.
Was macht die denn da?

Ich glaube, die macht eine Kunst.
(Schmunzeln) Was ist denn eine Kunst?
Ähm… eine Kunst, das ist was Tolles… und was Lustiges.

Später auf dem Rad…

Kunst(2)
Was machen denn die Kühe da?
Äh… ich glaube, die machen etwas Gymnastik.
Dann heißt das, eine Kunst.

21.06.2018


Die längste Nacht des Jahres. In Salchendorf eröffnet das „Theater mit Ausblick“. Die erste Vorstellung fand noch ohne Vorhang aber unter tosendem Applaus statt. Alle 1249 Salchendorfer konnten das Stück von der armen Maus sehen. Da es schon spät war, belief sich die Vorstellung auf 42 Sekunden, dann war der Mäusejäger wieder verschwunden.

20.06.2018

Je später der Abend, desto gemeiner werden die Bäume. Steht die Sonne erst tief, beginnen sie, mit ihren langen Schatten ihre Artgenossen am anderen Ende der Wiese die Füße zu kitzeln, später sogar die Achselhöhlen. Und keiner kann wegrennen, bis die Sonne vor Lachen untergegangen ist.

17.06.2018


Ein berühmter Salchendorfer Ausspruch proklamiert einst: „Stromleitungen zu Wäscheleinen!“ Und tatsächlich wird man zu diesem Zwecke die in die Jahre gekommenen und untauglich gewordenen Leitungen belassen. Salchendorf zurück aus der Zukunft.

Ein Abend über meinem Salchendorf. Am Waldrand begegne ich Rehen, Schmetterlingen, Glühwürmchen, enormen Rindern mit enormen Hörnern, Fledermäusen, Katzen. Ich fürchte, ohne ihnen zu begegnen, Wölfe und Wildschweine.

Gesellig sind hier vor allem die Schmetterlinge. Kein Spaziergang ohne ihre Begleitung. Sie tänzeln fröhlich vor uns her, nicht um zu leiten, einzig um der Freude des Publikums willen.

10.03.2018

Die gute Nachricht des Tages: Es gibt hier eine Zeit während der die Stadt nicht den Autos gehört.

Morgens, bis kurz vor Sonnenaufgang, trällern die Spatzen von den Dächern, und scheinen genau zu wissen, dass die nackten Fassaden der Häuser auch ihren Gesang reflektieren. Diese Stunde gehört ihnen, kein Autofahrer ist so früh auf den Rädern und der Kluge öffnet sein Fenster, legt sich zurück ins Bett und lauscht bis zum Tagesanbruch.

Dada(ist noch was):
Durch jahrelanges Meditieren hat Totò schon im 13. Jahrhundert die Sprache der Spatzen erlernt. Er weiß, dass sie den lieben langen Tag trällern, sich eigentlich aber durch Herumhüpfen miteinander verständigen und folglich des Morgens viel Schwatzen ohne eigentlich etwas sagen zu wollen. Gut, um sich wieder ins Bett zu legen.

25.01.2018


17:34 Uhr, der Himmel ist sichtbar. Klar. Blau.
Früher Frühling umweht den kargen Lockenbaum.
Du liegst unter ihm, in der Kopfschaukel.
Feine Härchen, schwarz vor blau. Die alten knochig,
die jungen kraus.
Warm ist es,
wie das weiche Frühlingshaar
zwischen des Winters Schenkeln.

Miau, Miau, Miau
Frau, Frau, Frau

Und aus der DaDa Ecke rufst du:
Ich esse ausm da in den da!

03.01.2018

Im Dunkeln Laufen gegangen, einfach so. Außer Laternen nicht viel los hier. Die Autos stehen still, die Bagger stehen still, grünes Licht überall, Straßen und Kreuzungen den Flaneuren überlassen.
Solange man während des Laufens reden kann, ist man in guter Kondition.
Aber bei diesen Temperaturen darf man nicht reden, ist nicht gut für den Hals.
Ja, das merkt man gleich.
Aber es tut gut, das war eine gute Idee.
Ich mag die gelben Lichter. Auf der Baustelle, an den Kränen haben sie sie noch.
Die Straße ist kalt.
Noch eine Runde, ich mag es im Laufen ins Schwitzen zu geraten.
Fünfzehn Minuten Stille.
Zu Hause schlackern die Beine.
Alles ist warm.